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TANNZimmerei · Tegernsee
Axonometrie eines Dachstuhls über dem TegernseeEin Ständerbau mit Sparrendach richtet sich beim Scrollen in der Reihenfolge eines Zimmerers auf: Fundament, Schwelle, Ständer, Kopfbänder, Rähm, Deckenbalken, Firstpfette, Sparren, Schalung und Deckung. Bemaßung, Stückliste und Schriftfeld zeichnen sich mit.

47°42′N · 11°45′O · Tegernsee

Ein Haus richtet sich auf.

TANN, Zimmerei am Tegernsee. Wir bauen aus mondgeschlagener Weißtanne, von Hand abgebunden, ohne Leim. Fundament, Schwelle, Ständer, Sparren. In dieser Reihenfolge, seit vierhundert Jahren.

Haus am Ufer
Ständerbau mit Sparrendach, Rottach-Egern
38° NEIGUNG9,00 M SPANNWEITE17 SPARRENPAAREe = 75 CM

Firsthöhe 732 cm über Schwelle, Sparrenlänge 647 cm, Kniestock 110 cm. Aufgerichtet in vier Tagen von sieben Zimmerern.

Ein Haus wird nicht gebaut. Es wird abgebunden, gerichtet und dann in Ruhe gelassen.

Wir sind eine Zimmerei, kein Bauträger. Vier Häuser im Jahr, mehr geht nicht, wenn jedes Teil von Hand seine Verbindung bekommt. Der Riss entsteht auf dem Reißboden in der Halle in Gmund, in Originalgröße, mit Reißnadel und Schnur.

Was wir verbauen, wächst zwischen Hirschberg und Wallberg. Wir kennen die Hänge, auf denen die Tanne langsam wächst und dicht wird. Kein Leim, keine Stahlwinkel, wo ein Zapfen genügt. Ein Haus, das man zerlegen kann, ist ein Haus, das man reparieren kann.

Gegründet
1908, vierte Generation
Mannschaft
7 Zimmerer, 2 Lehrlinge
Häuser
4 im Jahr, nicht mehr
Halle
Gmund, Reißboden 240 m²

Drei Hölzer, drei Aufgaben.

Jedes Holz kann eine Sache besser als die anderen. Wir zwingen keinem eine Aufgabe auf, für die es nicht gewachsen ist.

Weißtanne

Abies alba

Das Rückgrat. Ruhig im Wuchs, astarm im unteren Stamm, und sie arbeitet weniger als Fichte. Alles Tragende ist aus ihr.

Rohdichte
410 kg/m³
Schlag
Januar, abnehmend
Revier
Hirschberg, Nordhang

Lärche

Larix decidua

Für alles, was Wetter sieht. Fassade, Deckung, Terrasse. Sie vergraut in vier Jahren zu Silber und hört dann auf, sich zu verändern.

Rohdichte
590 kg/m³
Trocknung
24 Monate, Luft
Behandlung
keine

Zirbe

Pinus cembra

Nur innen, nur dort, wo man schläft. Der Duft hält vierzig Jahre. Wir kaufen sie in Tirol zu, weil sie hier nicht wächst.

Rohdichte
430 kg/m³
Herkunft
Ötztal, 1800 m
Verwendung
Kammern

Am Ufer, am Hang, im Wald.

Vier Häuser aus den letzten Jahren. Jeder Giebel unten ist aus seiner echten Neigung und Spannweite gerechnet, nicht gezeichnet.

Haus am Ufer

Rottach-Egern
NeubauWohnfläche 240 m²Dachneigung 38°Aufrichte 4 Tage

Der Riss auf dieser Seite. Ständerbau in Weißtanne, Kniestock 110, das Dach nach Süden zum See gedreht.

Bergchalet Kreuth

Kreuth, 940 m
UmbauWohnfläche 180 m²Dachneigung 45°Bestand 1878

Ein alter Bauernhof, entkernt bis auf den Blockbau. Steiles Dach, weil der Schnee hier bis in den April liegt.

Seehütte Rottach

Am Ringsee
NeubauWohnfläche 96 m²Dachneigung 22°Aufrichte 2 Tage

Flach geneigt, weil das Ufer keine Höhe verträgt. Ein Raum, ein Ofen, eine Fensterfront auf das Wasser.

Stadel Gmund

Gmund am Tegernsee
UmnutzungNutzfläche 410 m²Dachneigung 32°Bestand 1904

Elf Meter Spannweite ohne Stütze. Wir haben den Dachstuhl gehoben, saniert und wieder abgesetzt.

Vom Waldgang bis zum Schlüssel.

Drei Jahre vom ersten Gang durch das Revier bis zur Übergabe. Das meiste davon ist Warten, und das ist der Punkt.

  1. I

    Waldgang

    Wir gehen mit dem Förster durch das Revier und suchen die Stämme aus, aus denen Ihr Haus wird. Sie kommen mit. Das ist keine Folklore, sondern der einzige Termin, an dem noch alles offen ist.

    Dauer ein Vormittag
    Ort Hirschberg-Nordhang
    Auswahl ca. 40 Stämme
  2. II

    Mondschlag

    Geschlagen im Januar, bei abnehmendem Mond, wenn der Saft unten steht. Das Holz bleibt formstabiler, trocknet ruhiger und reißt weniger. Ob der Mond selbst etwas tut, weiß niemand. Der Zeitpunkt tut es.

    Fenster 1.–20. Januar
    Mondphase abnehmend
    Menge ca. 68 fm
  3. III

    Lufttrocknung

    Gestapelt unter Dach, mit Stapelleisten, im Zug. Zwei Jahre. Keine Kammer, kein Gebläse. Wer hier abkürzt, hört es später im Winter knacken.

    Dauer 24 Monate
    Ziel 12–15 % Holzfeuchte
    Lager Halle Gmund
  4. IV

    Abbund

    Der Riss wird auf dem Reißboden in Originalgröße aufgetragen, dann von Hand abgebunden. Zapfen, Versatz, Schwalbenschwanz. Jedes Teil bekommt seine Nummer eingeschlagen, bevor es die Halle verlässt.

    Dauer 6 Wochen
    Verbindungen ohne Leim
    Nummerierung Sw, St, P, S
  5. V

    Aufrichte

    Fundament, Schwelle, Ständer, Pfetten, Sparren. In vier Tagen steht der Rohbau, in der Reihenfolge, in der er seit vierhundert Jahren steht. Am letzten Abend wird der Richtbaum aufgesetzt.

    Dauer 4 Tage
    Mannschaft 7 Zimmerer
    Kran 1 Tag
  6. VI

    Schlüsselübergabe

    Zwischen Aufrichte und Schlüssel liegen neun Monate Ausbau. Danach kommen wir nach einem Jahr wieder, ziehen die Verbindungen nach und gehen einmal ums Haus.

    Ausbau 9 Monate
    Nachschau nach 12 Monaten
    Gewährleistung 5 Jahre

Der nächste Schlag ist im Januar.

Wer im Winter Holz will, meldet sich bis Oktober. Schreiben Sie uns, was Sie vorhaben, und wir sagen Ihnen ehrlich, ob wir die richtige Zimmerei dafür sind.

Werkstatt

Reißboden und Abbund
Besuch nach Voranmeldung
Mo bis Do, 7–16 Uhr

Halle

Sägmühlweg 4
83703 Gmund am Tegernsee
Bayern