Gyuto 240
KochmesserDas Messer, an dem alles andere gemessen wird. Lange Bauchkurve, hoher Ballen, genug Blatt, um damit auch abzuräumen. Wer eines von uns will, will meistens dieses.
Thörl an der Mürz · Steiermark · seit 1974
Messerschmiede Klinge. 121 Lagen um einen Kern aus Shirogami #2, von Hand ausgeschmiedet, in Wasser gehärtet. Zweihundert Klingen im Jahr. Mehr wird es nicht.
Neun Wochen, sechs Feuer, elf Stunden am Stein. Das Messer, an dem wir uns messen lassen.
Ein Messer ist kein Produkt. Es ist eine Entscheidung, die zwei Jahre hält.
In Thörl wird seit dem 15. Jahrhundert Eisen geschlagen. Unsere Esse steht in einem Hammerwerk, das älter ist als die Straße davor. Zwei Mann, ein Lufthammer, ein Wasserfass. Nichts davon ist Kulisse.
Wir bauen keine Serie. Jede Klinge trägt eine Nummer, ein Datum und den Namen dessen, der sie geschmiedet hat. Etwa jede zwölfte reißt beim Härten und geht zurück in den Schrott. Das ist der Preis dafür, dass Shirogami so schneidet, wie er schneidet.
Gleicher Stahl, gleicher Griff, gleicher Winkel. Was sich ändert, ist die Geometrie des Blattes, und die ändert alles.
Das Messer, an dem alles andere gemessen wird. Lange Bauchkurve, hoher Ballen, genug Blatt, um damit auch abzuräumen. Wer eines von uns will, will meistens dieses.
Für alles, was in der Hand passiert und nicht auf dem Brett. Dünn ausgeschliffen, feine Spitze, kurzer Griff. Das Messer, das man nicht mehr weglegt.
Gerade Schneide, stumpfe Nase, kein Gramm für Zierde. Es fällt senkrecht durch und trifft das Brett auf ganzer Länge. Nichts daran ist verhandelbar.
Ein Zug, ein Schnitt. Schmales, langes Blatt für Fisch und Braten, kaum Bauch, kein Widerstand. Das schwerste Messer im Programm, obwohl es das leichteste ist.
Sechs Feuer, neun Wochen, ein Fass Wasser. Der Weg ist immer derselbe, und er lässt sich nicht abkürzen.
31 Lagen 1.2842 und 15N20 wechselweise gestapelt, blank geschliffen, verschweißt am Halter. Kein Zunder, kein Fett, kein Fingerabdruck.
Das Paket wird eins. Danach zweimal gefaltet: 31 Lagen werden 62, werden 124. Drei gehen beim Beschneiden verloren, es bleiben 121.
Der Kern aus Shirogami #2 kommt zwischen die Flanken, die Klinge wird auf Kontur getrieben. Ab hier wird nichts mehr weggeschliffen, was der Hammer hätte legen können.
Shirogami verzeiht nichts. Drei Sekunden entscheiden über neun Wochen Arbeit. Etwa jede zwölfte Klinge reißt und geht zurück in den Schrott.
Zweimal zwei Stunden, dazwischen auf Handwärme herunter. Am Ende steht HRC 61, gemessen an drei Punkten, protokolliert im Klingenbuch.
Nass geschliffen, damit die Härte im Stahl bleibt. Ätzung legt die 121 Lagen frei. Mooreiche, drei Messingniete, letzter Zug auf dem 8 000er Stein.
Wir nehmen zweimal im Jahr auf, im Jänner und im September. Schreiben Sie uns, wofür Sie das Messer brauchen, nicht welches Sie wollen. Den Rest klären wir am Telefon.